2. Juni 2007 - 19:30
neuer Server für die WG – routing/printing/sharing/…
Seit den frühesten WG-Anfangszeiten hat uns ein damals aus einigen Resten zusammengefrickelter Celeron 400/256MB mit SuSE 9.0 als File- und Druckserver sowie Router/Firewall gute Dienste geleistet. Doch so langsam fand ich es an der Zeit den doch etwas leistungsschwachen und unschönen Server durch einen neuen, besseren zu ersetzen.
Da ich seit einiger Zeit zudem ein bei Pollin Elektronik gekauftes Bundle aus dem PChips M811 Mainboard und dem stromsparenden Geode Prozessor auf Lager hatte sollte das die Basis unseres neuen Servers werden. Dabei handelte es sich übrigends um das Bundle aus dem Modding Projekt, was so perfekte Vorraussetzungen für eine passive Kühlung der CPU bot.
Anfangs war alles sehr bescheiden:
Routing mit NAT, Printersharing mit CUPS und vllt. die eine oder andere Datei über den Server sharen.
Wenn man allerdings schon einen Rechner rund um die Uhr laufen hat bietet es sich doch an diesem einige weitere Aufgaben zuzuteilen ;)
- Zugriff auf eine X-Session per VNC für jeden User, um auch X-Windows Applikationen von remote komfortabel über die grafische Oberfläche bedienen zu können
- eine eigenständige Festplatte für Datensicherung von der Workstation, welche im Normalfall im Sleep-Modus wartet und nur für Backup/Restore Aktionen aktiv ist
- eine eigenständige Festplatte für Samba/Filesharing innerhalb der WG
- Nutzung verschiedener Dienste wie DHCP, Apache, MySQL, Qmail, Nagios (Überwachung von Rechnern im Rechenzentrum)
- Reduktion des Energieverbrauchs auf ein Minimum unter Nutzung von PowerNOW-Frequency Scaling, StandBy/Sleep Modi der Festplatten und Verzicht auf unnötige Hardware, wie CD-ROM Laufwerk und Grafikkarte
- Geräuschentwicklung, der Server steht hier zwar im Gang, sollte aber trotzdem so leise wie möglich sein ;)
Mit dem alten Celeron war da nix mehr zu holen ;)
Kurz und schmerzlos –
- Celeron 400
- 256 MB SD-RAM
- irgendein Gigabyte Mainboard
- 160 GB Samsung Fesplatte
- baufälliges BigTower Gehäuse ;)
- SuSE Linux 9.0 – naja, sagen wir mal das war nicht unbedingt die beste Entscheidung -.-
Wie bereits erwähnt soll die Combo mit dem PChips Mainboard M811 und AMD’s Geode 1750+ Prozessor aus dem Modding Projekt
das Herzstück des neuen Servers bilden. Wobei die CPU bei 100 Mhz FSB ihren Takt nur zwischen 525 und 1050 Mhz variieren soll, um zusätzlich Strom zu sparen und die passive Kühlung der CPU zu ermöglichen.
Als Netzteil hab ich ein billiges NoName Teil genommen, das Aufgrund des moderaten Stromverbrauchs ruhig auch etwas schwächer ausfallen konnte. Außerdem ist der Wirkungsgrad bei Schaltnetzteilen angeblich besser bei einer Auslastung um die 80%, also sollte man nicht zu sehr überdimensionieren. Um das ganze schick leise zu bekommen wurde der Hauptlüfter gegen einen temperaturgeregelten Kollegen getauscht, der nur im Notfall anläuft, während die Hauptbelüftung ein seitlich angebrachter silent Lüfter übernimmt. Dieser saugt übrigends seine Luft direkt über dem CPU Kühler an und sorgt an dieser Stelle somit für zusätzlichen Luftzug. Zu guter letzt hab ich das Teil noch rot lackiert, damit’s nicht so langweilig aussieht.
Das Kühlkonzept sieht außerdem vor, dass alle Gehäuselüfter die Luft aus dem Gehäuse herausblasen. Nach “Abdichtung” der größten sonstigen Lüftungsöffnungen bleibt lediglich das Blowhole im Seitenteil des Midi-Towers zum Ansaugen von Frischluft frei, welche dann direkt über die CPU streicht. Als ich zum Test ein Slotblech entfernte und so eine zweite Öffnung schuf stieg die CPU Temperatur um 4 Grad an, was klar macht wie wichtig ein dichtes Gehäuse für diese Art der Belüftung ist.
Außer der bereits beschriebenen Hardware kommen auch noch 768 MB DDR RAM, zwei 160 GB sowie eine 60 GB Festplatte, eine ISDN – Karte und eine zweite Netzwerkkarte an Hardware zum Einsatz.
Auf Grafikkarte, OnBoard Sound/Modem/blabla und CD-ROM Laufwerk wurde verzichtet, um Strom zu sparen. So braucht das gesamte System nur zwischen 35 und 45 Watt, obwohl es doch recht leistungsfähig ausgestattet ist.
Als Betriebssystem kommt Gentoo Linux mit dem 2.6.19-gentoo-r5 Kernel zum Einsatz.
Für das Übliche kommen Samba, Cups, Apache, MySQL zum Einsatz. Zusätzlich laufen noch ein ntp-Server für den Zeitabgleich im Netzwerk und Nagios zur Überwachung der eigenen Serverfunktionen sowie des ein oder anderen Servers im Rechenzentrum. Das Routing samt Firewall erledigt Firestarter mit Unterstützung von dynamischer IP-Vergabe durch DHCP.
Außerdem wird natürlich Frequency Scaling mit AMD’s PowerNOW verwendet.
Genaueres zur Einrichtung der einzelnen Dienste und Funktionen gibts demnächst in seperaten HOWTOs.
Bis dahin gibt’s auch sehr gute Infos auf folgenden Seiten:http://www.vdr-portal.de/board/thread.php?threadid=47006
http://www.vdr-wiki.de/wiki/index.php/Beispielkonfiguration_-_AMD_Geode_NX_1750_M811_picoPSU
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