4. August 2006 - 0:54
Lüftermodifikation – Drehzahl drosseln
Nicht schwierig aber von unschätzbarem Wert auf dem Weg zum leisen PC ist das Drosseln schnelldrehender Lüfter. Natürlich kann man sich bei diversen Onlineshops für gutes Geld einen hochwertigen und leisen Lüfter oder gleich eine lustig leuchtende Lüfterregelung besorgen. Diese gehen allerdings oft ins Geld (Studenten müssen sparen!) und bringen natürlich nicht ganz soviel Bastelspass mit. Zudem sind die nötigen Modifikationen an bereits vorhandenen Lüftern schnell und einfach erledigt, das Warten auf bestellte Ware entfällt somit.
Der einfachste Weg einen schnelldrehenden Lüfter zu drosseln ist das Einlöten eines Widerstandes in die Zuleitung. Als Widerstandswert haben sich bei mir Werte zwischen 50 und 100 Ohm bewährt. Als ungefähren Richtwert kann man sich den durchschnittlichen Widerstand des ungedrosselten Lüfters aus Stromstärke (meist auf dem kleinen Aufkleber in Ampere aufgedruckt) und Spannung (meist 12V) bestimmen und zur Drosselung auf halbe Leistung etwa denselben Wert für den einzulötenden Widerstand ansetzen.
Die einfache Formel dazu lautet Widerstand = Spannung / Stromstärke oder auch R = U/I (Ohm’sches Gesetz).
Bei der Auswahl des Widerstandes sollte man auf dessen maximale Verlustleistung achten. Diese berechnet sich aus der abfallenden Spannung multipliziert mit dem durchfließenden Strom.
Hat man einen besonders starken Lüfter bis max. 5 Watt Leistung (~ 0,4A bei 12V) sollte man nach obiger Dimensionierung einen Lastwiderstand von etwa 28 Ohm und 1 Watt (genauer 1/4 * 5W = 1,25W) verbauen, um auf der sicheren Seite zu sein. Sehr oft sind allerdings nur sehr leistungsschwache Lüfter verbaut und es reichen Widerstände im Bereich 1/4W bis 1/2W aus.
Als Trick kann man auch, wie auf den Bildern zu sehen zwei 1/4W Widerstände parallel schalten. Dabei halbiert sich der Gesamtwiderstandswert und verdoppelt sich die maximale Leistungsaufnahme.
Letztendlich muss man aber fast immer einige verschiedene Werte testen, um die optimale Drehzahl einzustellen. Als Gefühlsprobe für die Hitzeentwicklung am Widerstand sollte man einfach bei laufendem Lüfter einmal den Widerstand fest zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen. Falls man sich nach einigen Sekunden noch nicht die Finger verbrannt hat, ist alles ok ;)
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Wer besonders sauber arbeiten will versiegelt den eingelöteten Widerstand noch mit einem Stück Schrumpfschlauch. Das ist ein Schlauch aus besonderem Gummi, der sich beim Erwärmen zusammenzieht. Das Erwärmen erledigt man wahlweise mit dem Lötkolben (nicht zu nah rangehen!) oder dem Feuerzeug (nicht zu nah rangehen!!!!). In meinem Beispiel habe ich die beiden Enden noch zusätzlich mit Heißkleber versiegelt, was aber nicht wirklich nötig ist.
Um an die nötigen Materialien zu kommen empfehle ich Pollin Elektronik (sehr günstig) oder Reichelt (mehr Auswahl).
So, dann erstmal viel Spass beim Basteln!
Verbesserungsvorschläge und Anmerkungen sind natürlich herzlich willkommen ;)
3 Kommentare »
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Gut das du das zeigst, ich hatte nämlich letztens den Lüfter geschrottet da der eh schon so komische geräusche machte. Tja war eben ein Flügel ab, aber dank dir konnte ich den ja wechseln.
Grüße
Kommentar von Tuning — 8. September 2007 @ 19:16
warum so umständlich?
Entweder den Lüfter auf 5Volt umklemmen, oder falls das nicht reichen sollte an 12V und 5V anschließen (dann läuft er nur noch mit 7V)
Kommentar von Moko — 21. Oktober 2007 @ 11:44
Ok, das funktioniert meistens auch, da gib ich dir Recht ;)
Bei 5V gibts allerdings manchmal bis öfter das Problem das die Lüfter nicht zuverlässig anlaufen wollen. 7V (also (-) – Pol an 5V und (+) – Pol an 12V, nur damit das hier nochmal steht ;) ist meistens ne recht brauchbare Wahl, stimmt.
Naja, was soll ich sagen. Man bastelt halt gerne … ;)
Kommentar von flo — 21. Oktober 2007 @ 12:44