29. Juni 2009 - 14:48
HAL legt Gnome Automounting lahm
Nach dem letzten Update meines Gentoo Systems musste ich feststellen, dass das Automounting von Wechseldaträgern wie USB-Sticks unter Gnome nicht mehr funktionierte.
Nach einigem Googeln brachte mich ein Blogeintrag auf “Der Standardleitweg” der Problemlösung ein gutes Stück näher.
Für die Ungeduldigen:
HAL war der Schuldige. Beim Update auf sys-apps/hal-0.5.12_rc1-r6 wurde ein neues USE-Flag “disk-partition” eingeführt, welches per default nicht aktiviert ist. Nach einem re-compile mit aktiviertem “disk-partition” Flag lief alles wieder wie geschmiert.
Für alle Interessierten folgt noch der komplette Lösungsweg…
Zu Anfang aktivierte ich das Debugging für HAL in der /etc/conf.d/hald
# Should HAL be verbose to syslog? Useful for debugging HALD_VERBOSE="yes"
Im Syslog unter /var/log/messages lässt sich dann Folgendes beim Einstecken eines USB-Sticks beobachten:
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.013 [I] osspec.c:247: SEQNUM=2177, ACTION=add, SUBSYSTEM=block, DEVPATH=/sys/block/sdb, DEVNAME=/dev/sdb, IFINDEX=0
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.013 [I] hotplug.c:435: checking event /sys/block/sdb
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.013 [I] osspec.c:980: hal_util_find_known_parent: '/sys/block/sdb'->'/sys/devices/pci0000:00/0000:00:13.2/usb2/2-4/2-4.2/2-4.2.1/2-4.2.1:1.0/host4/target4:0:0/4:0:0:0'
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.013 [I] blockdev.c:904: block_add: sysfs_path=/sys/block/sdb dev=/dev/sdb is_part=0, parent=0x080da9b0
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.013 [D] blockdev.c:1193: block_add: info.subsystem='scsi'
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.013 [D] blockdev.c:1193: block_add: info.subsystem='scsi_host'
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.013 [D] blockdev.c:1193: block_add: info.subsystem='usb'
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.013 [I] blockdev.c:1308: parent_bus is scsi
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.014 [I] blockdev.c:530: Probing storage device /dev/sdb
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.014 [D] hotplug.c:453: events queued = 0, events in progress = 1
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.022 [I] blockdev.c:415: entering; exit_type=0, return_code=127
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.022 [D] hotplug.c:453: events queued = 0, events in progress = 0
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.022 [D] hotplug.c:458: Hotplug-queue empty now ... no hotplug events in progress
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.057 [I] osspec.c:247: SEQNUM=2178, ACTION=add, SUBSYSTEM=block, DEVPATH=/sys/block/sdb/sdb1, DEVNAME=/dev/sdb1, IFINDEX=0
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.057 [I] hotplug.c:435: checking event /sys/block/sdb/sdb1
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.057 [I] blockdev.c:904: block_add: sysfs_path=/sys/block/sdb/sdb1 dev=/dev/sdb1 is_part=1, parent=0x00000000
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.057 [I] blockdev.c:1015: Ignoring hotplug event - no parent
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.057 [W] blockdev.c:1577: Not adding device object
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.057 [D] hotplug.c:453: events queued = 0, events in progress = 0
Jun 29 09:47:35 acer hald[7265]: 09:47:35.057 [D] hotplug.c:458: Hotplug-queue empty now ... no hotplug events in progress
Besonders interessant ist die hervorgehobene Zeile. Die Partition /dev/sdb1 kann aus irgendeinem Grund nicht korrekt eingebunden werden. Im Block darüber wird allerdings das Device an sich als /dev/sdb einwandfrei erkannt und via SCSI Emulation angesprochen.
Irgendetwas scheint also nicht mit den Partitionen zu stimmen. Das Device /dev/sdb selbst wird ja korrekt eingebunden.
Also erstmal den HAL ebuild genauer unter die Lupe nehmen.
acer ~ # equery uses sys-apps/hal [ Searching for packages matching sys-apps/hal... ] [ Colour Code : set unset ] [ Legend : Left column (U) - USE flags from make.conf ] [ : Right column (I) - USE flags packages was installed with ] [ Found these USE variables for sys-apps/hal-0.5.12_rc1-r6 ] U I + + X : Adds support for X11 + + acpi : Adds support for Advanced Configuration and Power Interface - - apm : Adds APM (Advanced Power Management) support - - consolekit : Enables HAL to interact with consolekit for determining whether a given process is running on behalf of the person setting at the console. + + crypt : Add support for encryption -- using mcrypt or gpg where applicable - - debug : Enable extra debug codepaths, like asserts and extra output. If you want to get meaningful backtraces see http://www.gentoo.org/proj/en/qa/backtraces.xml - - dell : Builds and installs the Dell addon, which reads data from the Dell SM BIOS via sys-libs/libsmbios. It will read your service tag information and your hardware backlight data as well as allow you to modify the backlight settings on a Dell laptop. - - disk-partition : Allows HAL to use libparted from sys-apps/parted to read raw partition data from your disks and process that data. Future versions of HAL (possibly 0.5.11 and higher) will allow you to create, modify, delete and format partitions from a GUI interface agnostic of your desktop environment. - - doc : Adds extra documentation (API, Javadoc, etc) - - kernel_FreeBSD : KERNEL setting for system using the FreeBSD kernel + + kernel_linux : KERNEL setting for system using the Linux kernel - - laptop : Adds support for power management scripts (sys-power/pm-utils) - - policykit : Use sys-auth/policykit to gain privileges - - selinux : !!internal use only!! Security Enhanced Linux support, this must be set by the selinux profile or breakage will occur
Die Beschreibung des disk-partition USE-Flags hört sich im Zusammenhang mit der Unterstützung von Partitionen sehr vielversprechend an und ist zudem neu eingeführt worden. Sehr verdächtig ;)
Gleich mal aktivieren mittels folgenden Eintrages in der /etc/portage/package.use.
sys-apps/hal disk-partition
Und danach HAL neu emergen und neu starten.
acer ~ # emerge -av --newuse sys-apps/hal [...] acer ~ # /etc/init.d/hald restart [...]
Jetzt sollte das Automounting wieder so wie vor dem Update funktionieren.
Nicht vergessen das Debugging für HAL wieder zu deaktivieren, um das Zumüllen des Syslog zu verhindern.
16. Juni 2009 - 10:22
Endspurt
Heute ist die letzte Chance noch eine Stimme bei der bereits erwähnten E-Petition gegen Internetsperren abzugeben.
Bis jetzt haben bereits 129.568 Leute ihre Stimme abgegeben (Stand: 16.05.2009 11:20 Uhr). Somit ist die Mindestanzahl von 50.000 Stimmen erreicht und sogar bei weitem übertroffen.
Trotzdem kann es nicht schaden dem Anliegen noch etwas Nachdruck zu verleihen.
UPDATE
Folgender Link zu einem Interview mit Ursula von der Leyen und Franziska Heine von der Zeit ist mir gerade noch in die Hände gefallen.
Außerdem befindet sich die Petition mit zuletzt 134015 Mitzeichnern mittlerweile in “Parlamentarischer Prüfung”. Da bin ich ja mal gespannt, ob da was passiert. Denke nicht das sich da einer drum schert und DAS ist der eigentliche Skandal.
10. Juni 2009 - 9:58
Petition gegen Internetsperren
Hi, habe momentan wenig Zeit aber fand es doch wichtig hierfür kurz Werbung zu machen.
Wie im Editorial der iX 6/2009 sehr schön erklärt wurde bieten die geplanten Zensurmechnismen aka Internetsperren gegen Kinderpornographie außer dem geplanten Anwendungsbereich auch sehr gefährliche Möglichkeiten Zensur in anderen Bereichen des Webs durchzuführen.
Desweiteren sind die geplanten Sperrmechanismen mit entsprechendem Aufwand mehr oder weniger leicht zu umgehen. Auch wenn der Autor des iX Artikels die Wirksamkeit der Mechanismen unterstreicht. Es gibt immer einen Weg und entsprechend motivierte Gestalten werden ihn finden.
Besser ist es da schon das Übel an der Wurzel zu packen und die Inhalten aus dem Netz zu entfernen. Das ist weit weniger aufwendig und ungleich effektiver als mit irgendwelchen obskuren Sperrmechanismen zu hantieren. Beweise das ein einfacher Hinweis bei den Hosting Unternehmen derartiger Inhalte geradezu durchschlagenden Erfolg hat gibt es bespielsweise beim Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur.
Wer sich weiter informieren möchte, dem empfehle ich diesen c’t Artikel und den dazugehörigen Kommentar auf netzpolitik.org.


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